Den Fuß wieder heben können- Eine Fußheberparese ist kein Schicksal

Unter einer Fußheberschwäche versteht man die Einschränkung, den Fuß in gewohnter Weise beim Laufen oder Treppensteigen anzuheben, was auf einen Schlaganfall oder eine Nervenschädigung durch einen Bandscheibenvorfall oder auf eine traumatische Verletzung des Fußhebernerven zurückzuführen ist.

 

Die Fußheberparese hat dabei für den Betroffenen oft dramatische Konsequenzen. Neben der ästhetischen Störung des Gangbildes, die durch das schlaffe herabhängen des Fuß beim Gehen oder Stehen sichtbar wird, bleiben die Betroffenen häufig mit dem Vorfuß am Boden hängen und stolpern.

 

Um ein Sturz zu vermeiden, führen Betroffene kompensatorisch zum einen eine übermäßige Flexion im Hüft- und Kniegelenk und zum anderen eine Innenrotationbewegung des Fußes in der Transversalebene aus. Auch andere Veränderungen des Gangbildes können vorkommen, um Stürze durch das Hängenbleiben des Fußes zu vermeiden. Das hat jedoch langfristig eine Fehlbelastung der gesamten skelettalen Achse zur Folge.

 

Obwohl die Beeinträchtigung von Patienten mit Fußheberparese gravierend ist, werden Betroffenen mit irreversiblen Fußheberparesen nur wenige Optionen angeboten. Vor allem Sprunggelenksorthesen beziehungsweise sogenannte Peroneusschienen sollen bei Patienten mit irreversibler Fußheberparese die Fortbewegung im Alltag erleichtern.  Nachteile sind dabei jedoch das Gewicht, das optische Erscheinungsbild sowie Druckstellen durch unzureichende Anpassung an die Fuß- und Schuhform. Außerdem führen Orthesen nicht zu einem physiologischen Gangbild.

Aprile et al. konnten in einer prospektiven Multicenter-Studie aus dem Jahr 2005 zeigen, dass Patienten mit Fußheberparese eine deutlich reduzierte Lebensqualität mit signifikant schlechteren Werten in physischen und psychosozialen Bereichen erreichen. 69 % der untersuchten Patienten benötigten für die Fortbewegung zudem ein Hilfsmittel. Eine intakte Funktion ist somit nicht nur für das Gehen und Treppensteigen, sondern auch auf physischer und psychosozialer Ebene von großer Bedeutung.

 

Eine Alternative zu den Schienen stellt ein operatives Vorgehen mit Umlenkung von funktionsfähigen Muskeln, die die Aufgabe der Fußhebung übernehmen dar.  Bei diesem Verfahren wird vor allem der Muskelus tibialis posterior mit dem Muskelus tibialis anterior und dem Munskelus peroneus zu einem Steigbügel verbunden, wodurch eine Kraftsteigerung in der Fußhebung von bis zu 30% erreicht werden kann. Aber auch die Umlenkung des Muskeles flexor digitorum longus und des Muskelus flexor hallucis longus sind alternativen die in Betracht kommen. Welche Muskelgruppen jedoch final zur Wiederherstellung der Fußhebung genutzt werden, wird individuell nach klinischer Untersuchung und entsprechender weiterführender Diagnostik entschieden.

 

Der komplexe operative Eingriff dauert ca. 2 Std. und kann abhängig vom Umfang des Eingriffes ambulant oder stationär erfolgen. Postoperativ wird der Fuß in einer langen Unterschenkelorthese für 6-8 Wochen ruhiggestellt, damit der umgelenkte Muskel ganz in Ruhe anwachsen kann. In dieser Zeit ist die Belastung des Fußes auf 20 Kg Körpergewicht limitiert, um den entsprechenden Muskel nicht zu überlasten. Schon kurz nach dem Eingriff übernimmt der Muskel die Fußhebung, so dass die Betroffenen das OP- Ergebnis bereits in der Heilungsphase prüfen können.

 

Nach 6-8 Wochen wird dann durch physiotherapeutische Maßnahmen die Fußhebung sowie das verlernte physiologische (normale) Gehen trainiert. Anschließend ist eine Schiene zum Gehen nicht mehr erforderlich.

 

Dr. Esmer hat sich neben der ästhetischen Fußchirurgie auf die Wiederherstellung der Fußhebung bei Patienten mit Fußheberparesen spezialisiert. Die Kosten für die Ersatzplastik liegen, abhängig vom erforderlichen Aufwand zwischen 9.000 und 12.000 Euro.

 

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