Soccers ankle/ Fuballergelenk/ Vorderes Sprunggelenkimpingement

Fußball ist eine Kontaktsportart mit oft harten Zweikämpfen, Sprüngen, komplexen Bewegungsabläufen, Sprints sowie schnellen Richtungswechseln und Abstoppbewegungen. Das Bein ist dabei besonders stark belastet. Neben dem Knie und Oberschenkel ist bei Fußballern insbesondere das Sprunggelenk gefährdet. Es ist nahezu bei jeder fünften Fußballerverletzung betroffen.

 

Diagnose/Ursachen

Das Fußballergelenk entsteht nicht von einem Tag auf den anderen, sondern allmählich. Die Patienten geben die Schmerzen vor allem über dem vorderen Sprunggelenksspalt an. Hierfür werden wiederholte Mikrotraumata durch Stöße gegen den Ball (Schuss mit dem Spann), die zur Bildung von Osteophyten (Knochennasen) am Vorderrand des Schien- und Sprungbeines führen, verantwortlich gemacht. Zudem können sich durch Verletzungen der Außenbänder und Reizung der Gelenkschleimhaut Weichteile Im Sprunggelenk einklemmen, was Schmerzen am Sprunggelenk verursacht.

 

Außer dem Fußball gibt es eine Reihe von Sportarten (Karate, Taekwondo, Muay Thai usw.), die auf ähnliche Weise das Entstehen eines vorderen Sprunggelenkschmerzes fördern. Aber auch ein direkter Stoß gegen den vorderen Bereich des Knöchels kann chronische Schmerzen am Sprunggelenk verursachen. Als weiterer möglicher Faktor wird die unzureichende Therapie einer Bandverletzung am Sprunggelenk genannt. Gerade der chronischen Instabilität am Sprunggelenk wird eine große Bedeutung zugemessen. Daher können auch bei Patienten ohne sportliche Aktivität im Rahmen einer einmaligen Bandverletzung Schmerzen und Einklemmungserscheinungen am vorderen Sprunggelenk beobachtet werden. Leider entgeht ein Großteil der Bandverletzungen der ärztlichen Diagnose oder wird als „banal“ eingestuft und bleibt daher häufig unterbehandelt, obwohl in 30–40 % aller Fälle die Verletzungen symptomatisch bleiben.

 

Bei der klinischen Untersuchung geben die Patienten einen oberflächlichen Schmerz über dem vorderen Sprunggelenk, insbesondere innen oder außen, an. Bei Dorsalextension des Sprunggelenkes kann der Schmerz zudem verstärkt werden. Des Weiteren ist die Dorsalextension im Sprunggelenk im Seitenvergleich limitiert und eine Schwellneigung über dem vorderen Sprunggelenk zu beobachten. Röntgenologisch kann das vordere Sprunggelenksimpingement durch Nachweis der ventralen Osteophyten (Knochennasen) am Schien- und Sprungbein bestätigt werden. Da sich jedoch nicht alle Veränderungen auf konventionellen Aufnahmen erkennen lassen, wird bei bestimmten Fragestellungen noch eine sog. anteromediale Impingementaufnahme (AMI) durchgeführt. Um Weichteilschäden (Entzündung, Knorpelverletzungen, Bandverletzungen) zu erfassen, erfolgt zudem eine Kernspintomografie (MRT).

 

Therapie

Konservativ

Die konservative Behandlung beinhaltet vor allem sprunggelenkstabilisierende Maßnahmen (Propriozeptions- und Koordinationstraining), physiotherapeutische und physikalische Anwendungen sowie manuelle Techniken wie Osteopathie, Elektrotherapie, Iontophorese. Da in den meisten Fällen auch eine Synovitis (Entzündung der Gelenkschleimhaut) besteht, können zudem orale Antiphlogistika und intraartikuläre Injektionen mit Kortisonpräparaten eingesetzt werden.

 

Operativ

Führen die konservativen Maßnahmen zu keiner Beschwerdelinderung, wird die operative Versorgung empfohlen. Den Goldstandard der Behandlung des soccer’s ankle stellt die arthroskopische Sanierung des mechanischen Hindernisses dar. Dabei werden die an der Schienbeinvorderkante nachweisbare Tibialippe sowie die am Sprungbein störende Talusnase abgetragen. Zudem ist durch die Arthroskopie eine Mitbehandlung der Begleitverletzungen möglich. Hierzu zählen die Entfernung schmerzhafter Entzündungen der Gelenkschleimhaut, das Lösen narbiger Verklebungen, knorpelchirurgische Verfahren bei Knorpeldefekten sowie die Stabilisierung des Sprunggelenks bei gerissenen oder gelockerten Außen- oder Innenbändern am Sprunggelenk.

 

Nachbehandlung

Postoperativ steht die funktionelle Nachbehandlung im Vordergrund. Schon ab dem ersten Tag erfolgt eine intensive krankengymnastische Beübung ggf. mit Motorschiene. Eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen wird über einen Zeitraum von ca. 8–10 Tagen, abhängig vom Umfang des Eingriffs, vereinbart. Anschließend erfolgt eine schmerzadaptierte Belastungssteigerung. Nach abgeschlossener Wundheilung werden Propriozeptions- und Koordinationsübungen durchgeführt. Eine sportliche Aktivität ist nach der 7. postoperativen Woche wieder möglich.

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© Emrah Esmer