Morton Neurom

Schmerzen, die am Vorfußballen in Ruhe und Belastung auftreten, können durch eine Reizung der Nerven zwischen den Mittelfußköpfchen hervorgerufen werden. Dies wird durch einen Engpass des Nervs mit darauffolgender Auftreibung verursacht und als Morton-Neuralgie bezeichnet. Frauen im 4 bis 6. Lebensjahrzehnt sind bevorzugt von einer Morton-Neuralgie betroffen. Die Erkrankung kann einseitig oder auch beidseits vorkommen.

 

Diagnose/Ursache

Die Patienten berichten über brennende oder einschießende Schmerzen am Vorfußballen mit dem Drang, augenblicklich den Schuh ausziehen zu wollen. Durch das Ausziehen des Schuhwerks wird meist eine Beschwerdebesserung erreicht. Bei Ausbildung einer entsprechend großen Auftreibung des Nervs (Neurom) wird in seltenen Fällen ein Auseinanderweichen der Kleinzehen (Sullivan- Zeichen) beobachtet. Des Weiteren werden von einigen Patienten Missempfindungen in der betroffenen Kommissur angegeben.

 

Bei der körperlichen Untersuchung gelingt die Abgrenzung der Morton-Neuralgie von einem rein biomechanisch bedingten Vorfußschmerz (Metatarsalgie), indem die Fußsohle genau untersucht wird. Während eine Schwielenbildung über dem Vorfußballen und der Druckschmerz über den Mittelfußköpfchen auf eine erhöhte Last hindeuten, findet sich bei der Morton-Neuralgie der Druckschmerz streng zwischen den Mittelfußköpfchen (Mulder’s Click Test).

 

In der Basisdiagnostik wird immer ein Röntgenbild des Fußes in zwei Ebenen unter Belastung angefertigt. Zudem wird zur Sicherung der Diagnose eine von dorsal (Fußrücken) ausgeführte Testinfiltration in die schmerzhafte Kommissur mit einem Lokalanästhetikum durchgeführt. Da die Diagnose vor allem durch die klinische Untersuchung gestellt wird, werden zusätzliche bildgebende Verfahren nur selten eingesetzt. Eine MRT-Untersuchung ist prinzipiell geeignet, jedoch nicht immer zielführend, da keine Korrelation zwischen der nachgewiesenen Auftreibung des Nervs und der angegebenen Schmerzen besteht. Daher werden zusätzliche bildgebende Verfahren nur bei klinisch unklaren Befunden durchgeführt.

 

Therapie

Konservativ

Die Therapie der Morton-Neuralgie erfolgt primär konservativ. Es geht vor allem darum, den Druck auf die Nerven bei Belastung zu mindern. Hierzu werden Einlagen mit Weichbettung des Vorfußes und Abstützung der Mittelfußköpfchen durch eine Schmetterlingsrolle verordnet. Des Weiteren können lokale Infiltrationen in die Zehenzwischenräume durchgeführt werden, um die Schwellung und Reizung der Nerven zu beruhigen. Hierzu wird ein Gemisch aus einem Lokalanästhetikum und einem kortisonhaltigen Medikament verwendet.

 

Operativ

Versagen die konservativen Therapien, wird die operative Entfernung der aufgetriebenen Nervenanteile empfohlen. Prinzipiell ist hierzu ein dorsaler (Fußrücken) oder plantarer (Fußsohle) Zugang möglich. Dr. Esmer bevorzugt vor allem den dorsalen Zugang, um eine schmerzhafte Narbenbildung an der Fußsohle zu vermeiden. Der Hautschnitt beträgt dabei ca. 4 cm.

 

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt nach abgeschlossener Wundheilung unter sofortiger Vollbelastung, da keine störende Wunde bzw. Narbe an der Fußsohle vorliegt.

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© Emrah Esmer