Plantarfasziitis

Die Plantarfasziitis, im Volksmund Fersenspornsyndrom genannt, ist eine der häufigsten Ursachen für den Fersenschmerz beim Erwachsenen und für 15 % aller Schmerzsymptome am Fuß verantwortlich. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der plantaren Faszie am Ursprung des Fersenbeines.

 

Die plantare Faszie verbindet das Fersenbein als eine sehnige Platte mit den Zehen und stabilisiert das Längsgewölbe des Fußes wie ein Bogen. Bei immer wiederkehrenden Spannungsspitzen am Ursprung der Plantarfaszie, z. B. bei Langlauf, führen kleine Mikrorisse zu entzündlichen Veränderungen und Verschlechterungen der Gewebequalität. Aber auch bei sportlich nicht aktiven Patienten können diese Veränderungen auftreten und werden häufig bei Patienten mit Platt- und Hohlfußdeformitäten beobachtet. Dabei fällt immer eine zu stark gespannte Achillessehne bei deutlicher Verkürzung der Wadenmuskulatur auf, die zu einer erhöhten Belastung der plantaren Faszie und infolgedessen zu den o. g. Mikrorissen mit entzündlicher Gewebsveränderung am Ursprung des Fersenbeines führt. Die Verkürzung der Achillessehne ist fast immer nachweisbar. Die Patienten sind vorwiegend im 4. und 5. Lebensjahrzent, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

 

Diagnose/Ursachen

Üblicherweise berichten die Patienten über einen schleichenden Beginn mit progredienter Verschlimmerung der Schmerzen. Dabei werden zu Beginn Anlaufschmerzen vor allem nach dem morgendlichen Aufstehen oder nach einer längeren Ruhephase beschrieben. Die Schmerzen werden lokal unter der Sohle an der Ferse empfunden, die in sehr seltenen Fällen diffus die gesamte Ferse betreffen kann. Die Schmerzen sind zu Beginn häufig erst nach der Belastung am schlimmsten. Im fortgeschrittenem Stadium lassen die Schmerzen nicht mehr nach und können Beschwerden am gesamten Fuß, Knie, an Hüfte und Rücken verursachen, da sich das Gangbild ändern und die fasziale Verspannung über eine Kette bis in den Rücken ziehen kann.

 

Bei der klinischen Untersuchung kann ein lokaler punktueller Druckschmerz über der Fußsohle an der Ferse ausgelöst werden. Des Weiteren ist durch den sog. Silverskjöld-Test eine Verkürzung der Wadenmuskulatur nachweisbar. Eine Röntgenuntersuchung wird nur bei unklaren Befunden sowie zur Klärung von Fußdeformitäten, die für die Plantarfasziitis verantwortlich gemacht werden können, angefertigt.

 

Therapie

Konservativ

Die Erstbehandlung besteht wie bei allen Überlastungssyndromen in konservativen Therapiemaßnahmen. Neben einer Schonung werden in der Akutphase eine lokale Kältetherapie und die entzündungshemmende orale Schmerztherapie verordnet. Um die plantare Faszie zu entlasten, werden des Weiteren eine Fersenerhöhung von bis zu 1 cm rezeptiert und Übungen zur Dehnung der Wadenmuskulatur demonstriert. Zudem wird empfohlen, Schuhe mit Pufferabsätzen zu tragen. Ergänzend wird durch uns die osteopathische Behandlung mit Release der myofaszialen Strukturen angeboten. Die osteopathische Anwendung ist vor allem dann hilfreich, wenn Verkettungssymptome vorliegen, und unterstützt die Heilung. Unter der o. g. konservativen Therapie, die konsequent über die nächsten zwei Monate fortgeführt werden muss, können bei etwa 90 % aller Betroffenen die Beschwerden erheblich verbessert werden.

 

Operativ

Eine operative Versorgung wird nur in Extremfällen als Therapieoption angeboten.

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© Emrah Esmer